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Bedeutung von Vitamin A und Folsäure für die Ernährung in der Schwangerschaft

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine ausgewogene Mischkost, wenn sie eine ausreichende Energiedichte aufweist, während der Stillzeit nicht zu Defiziten an Makro- oder Mikronährstoffen in der Muttermilch führt. Zu einer ausgewogenen Mischkost gehören sowohl vegetabile als auch tierische Lebensmittel. Zur Sicherstellung der Versorgung mit einzelnen Mikronährstoffen müssen auch tierische Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Dies betrifft vor allen Dingen die Mikronährstoffe Eisen, Vitamin A, Selen, Folsäure, Vitamin B12, für welche Fleisch die wesentliche oder einzige Lebensmittelquelle darstellt. Insbesondere Leber, die von Schwangeren sowie den meisten jungen Frauen verschmäht wird, ist einziger Träger des Vitamin A und wesentlicher Träger einer gut bioverfügbaren Folsäurequelle. Untersuchungen aus Italien kommen zu dem Ergebnis, dass die Ernährung der Stillenden meist zu wenig Energie und eine inadäquate Zufuhr der Vitamine B1, B2, B12, Nicotinsäure, Folsäure sowie Eisen, Calcium, Magnesium und Zink enthält. Je geringer die Energiezufuhr, desto kritischer die Versorgung.
Ein Folatmangel führt zu einer verringerten DNA-Synthese und lässt sich leicht an einer reduzierten Zellteilung der Erythrozyten ablesen. Dies kann sich als Anämie manifestieren. In Interventionsstudien wurde außerdem gezeigt, dass Folsäure-Supplementation das Risiko der Entstehung von Neuralrohrdefekten (offener Rücken) beim Säugling um etwa 70 Prozent senkt. Eine Anreicherung von Mehl mit Folsäure, wie in den USA, wird bei uns noch kontrovers diskutiert, da es u. a. einen Vitamin B12-Mangel überdecken kann.

Die Vitamin A-Versorgung lässt sich nicht – wie bisher gern angenommen – über eine ausreichende Versorgung mit Provitamin A, dem ß-Carotin, sichern. Untersuchungen bei Vitamin A-mangelernährten Schwangeren und Stillenden haben ergeben, dass die Zufuhr von ß-Carotin über Gemüse einen geringen Effekt auf die niedrigen Vitamin A-Konzentrationen der Muttermilch hat. Dies ist besonders für die Entwicklung Frühgeborener und Neugeborener von Bedeutung, da Vitamin A für die späte pränatale und frühe postnatale Lungenentwicklung und -funktion von essentieller Wichtigkeit ist. Das Vitamin ist für Wachstum und Entwicklung von Zellen und Geweben von großer Bedeutung.

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