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Risiken einer fleischarmen bzw. fleischlosen Ernährung bei Kindern und Jugendlichen

Eltern, die sich vegetarisch ernähren, neigen dazu, auch ihre Kinder vegetarisch oder mit wenig Fleisch zu ernähren. Kinder sind jedoch keine kleinen Erwachsenen. Eine Fehlernährung kann schneller zu Mangelerscheinungen führen als bei Erwachsenen. Werden diese zu spät erkannt, kann es zum Teil zu irreversiblen Schäden in der Entwicklung kommen. Relativ betrachtet haben Kinder und Jugendliche einen deutlich höheren Energie- und Nährstoffbedarf als Erwachsene.
Die Zufuhr bestimmter Nährstoffe ist bei einer fleischarmen bzw. –freien Ernährung kritisch. So benötigen Kinder mehr Protein, Vitamin D und Calzium für Körperwachstum und Knochenaufbau. Bei fleischarmem bzw. fleischfreiem Essen ist die Aufnahme dieser Nährstoffe gefährdet.

Eiweiß: Reich an hochwertigem und für Kinder leicht verdaulichem Eiweiß sind Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukte und Eier. Proteinmangel kann zu Wachstumsstörungen, Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, Störung der Wundheilung und des Abwehrsystems führen.

Vitamin D und Calcium: Vitamin D findet sich fast ausschließlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Vor allem Leber ist reich an Vitamin D. Bei einem Mangel kommt es zu einer verminderten Calciumresorption. Da der Bedarf für das Knochenwachstum erhöht ist, kann das Krankheitsbild der Rachitis entstehen. Infolge des Calciummangels werden die Knochen nur unzureichend mineralisiert.

Vitamin B12: Da Vitamin B12 von Pflanzen nicht gebildet werden kann, sind zur Bedarfsdeckung tierische Lebensmittel erforderlich. Insbesondere in Leber und Fleisch finden sich z. T. erhebliche Mengen an Vitamin B12. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten dagegen kein Vitamin B12. Durch Vitamin-B12-Mangel kann es zu Blutarmut und degenerativen Rückenmarksschäden kommen.

Eisen: Eisenmangel dürfte der am weitesten verbreitete Nährstoffmangel weltweit sein. Bei einem manifesten Eisenmangel kommt es zu einem Mangel an roten Blutkörperchen und rotem Blutfarbstoff. Dies führt zur Beeinträchtigung des Sauerstofftransports im Blut und damit zur Beeinträchtigung des Energiestoffwechsels. Leichter Mangel äußert sich in Erschöpfung, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Insbesondere rotes Muskelfleisch liefert große Mengen an gut verfügbarem Eisen und kann somit einem Mangel vorbeugen.

Zink: Dieses Spurenelement gilt als weiterer kritischer Nährstoff für Kinder und Jugendliche bei einer Ernährung ohne Fleisch. Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme, die an Abbau- und Umbauprozessen im Körper beteiligt sind. Zinkmangel führt im Kindesalter vor allem zu Wachstumsstörungen, Hautläsionen, Diarrhoen, Haarausfall und Appetitlosigkeit. Zink ist vor allem in Fleisch, verschiedenen Fischarten, Innereien, Milchprodukten und Schalentieren enthalten.

Die Risiken für einen Nährstoffmangel sind umso höher, je einseitiger die Lebensmittel ausgewählt werden und umso gravierender, je jünger ein Kind ist. Bei streng vegetarischer Kost (vegan) kann es bei Säuglingen und Kleinkindern zu bedeutenden Nährstoffmangelzuständen kommen. (Quelle: CMA)

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